Alan N. Shapiro, Visiting Professor in Transdisciplinary Design, Folkwang University of the Arts, Essen, Germany

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Wie isst man eine Suppe? (Part 1), von Christian Berens

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Wie isst man eine Suppe (part1), von Christian Berens

Wie einflussreich ist das Individuum in der Hyperrealität? – Es gibt kein Individuum mehr in der Hyperrealität, aber es gibt eine sehr verbreitete und große Simulation des Individuums.- Aber wer ist die/der/das Simulantin? -.. ride us back home to Eternity where the heart was left and the farewell tears began. (page 37 in Howl by Allan Ginsberg)

Muss ich lernen eine Suppe bei Schwerelosigkeit zu essen? Fragt man nach den Fähigkeiten, die nötig sind um in der Hyperrealität zu leben, dann geht man grundsätzlich davon aus, dass die Hyperrealität inhabitierbar ist.

Hyperrealität

Wenn die Hyperrealität, ein Simulacruum im baudrillardschen Sinne ist, also ein Gemisch aus verschiedenen vom Ursprung losgelösten Durchgangsrealitäten, man evtl. nicht von einer Zusammensetzung, sondern höchstens von einer Streifung von Realitäten, sprechen kann. Realitäten ohne Zellwand die sich gegenseitig befruchten bzw. eher ineinander mutieren. Manche sind vielleicht etwas Dichter als andere, so dass sich leichte Abhängigkeiten bilden und man als Außenstehender Gesetzmäßigkeiten zu entdecken scheint. Hier muss ich hinzufügen, dass das Konzept des Außenstehenden in diesem Fall höchstens Gott ausfüllen könnte denn alle anderen sind damit beschäftigt sich zu orientieren.

Orientierung ist eine der grundlegenden Fähigkeiten des Menschen. Zu wissen wo man ist, in Relation zu, wo man hin möchte, ist lebensnotwendig. Ob nun als prähistorischer Nomade oder als New Yorker digital native, es geht um dass sammeln und auswerten von Spuren und Informationen die eine Positionsbestimmung räumlich und sozial zulassen. Ich muss wissen wie weit es zur nächsten Wasserstelle/Starbucks ist um meine Zukunft planen zu können.

Nun hat die flächendeckende Installation von Wasserzugängen die Weg kürzer und weniger beschwerlich gemacht, aber auf Grund der Steigerung der Anzahl von Anlaufpunkten bleibt Orientierung als Fähigkeit immer aktuell. Man wird immer angewiesen sein auf Spuren und Spurenlesung. Spuren sind spezielle Information, Informationen die in Zusammenhang stehen mit einem Ereignis welches in der Vergangenheit Platz fand. Hier liegt eine klare Zeitlichkeit vor, ich lerne von der Vergangenheit um in der Gegenwart für die Zukunft zu handeln.

Mit der Entwicklung der Menschheit haben sich auch die Spuren und ihr Umgang mit Ihnen entwickelt: Spuren werden konserviert, ausgestellt, zur Diskussion gestellt, Spuren werden verloren, nachgebaut, zerstört, die Scherben gescannt und 3d gedruckt. In der Hyperrealität passiert dass alles gleichzeitig.

Man kann fragen ob die Menschen sich zusammengeschlossen haben, auf Grund der Komplexierung der Spuren/Orientierung oder ob die Komplexierung eine Folge des Zusammenschlusses der Menschen ist. In jedem Fall ist klar, der einzelne Menschen kann sich nicht mehr allein orientieren. So schließt er sich zu Orientierungsapparaten zusammen. Und um als Apperat gut zu funktionieren muss die Mensch sich absprechen.

Die Komplexität der Kommunikation wächst mit der Komplexität der Apperate an, die wiederum mit der Komplexität der Spuren verbunden ist. Was passiert in einem Verhältnis in dem die Kommunikation Quantitative und Qualitativ zunehmen muss, der Mensch aber begrenzt ist? Technologie? Kommunkationstechnologie?

Mit der Lösung der Kommunikation von Raum und Körper, durch die Digitalisierung wird sie zur eigenständigen Entität. Zu dem führt der Ausbau der Kommunikation zwischen Menschen und Technologie zur Umsetzung von künstlichen Intelligenz. Intelligenz führt zum Individuum. Die Existenz des menschlichen Individuum ist somit nicht mehr der einzige Ausgangspunkt.

Glaubt man Hans Moravec, führender Forscher der Robotik, wird Technologie unweigerlich bald ein Bewusstsein haben und eine sich selbst erhaltenden Lebens- und Lernantrieb entwickeln. Das Werkzeug wird zum Partner. In einer Stanford Symposium aus dem Jahre 2000 mit der Frage Will Spiritual Robots Replace Humanity geht es nicht mehr um die Frage ob künstliche Intelligenz, Robotik, Nanotechnologe und Biotechnologie eingeführte werden dürfen, vielmehr ist man sich im klaren das Technologie eine unaufhaltsame Dynamik hat, welche alles vorstellbares über kurz oder lang anstrebt und ermöglicht. Die Frage die gestellt wird, ist wie geht man um, mit einer Spezies die man in jedem Fall schaffen wird und die intelligenter und effizienter als der Menschen sein wird?

Und hätte die selbstgemachte Entthronung der Menschen nicht auch etwas beruhigendes? Man könnte Verantwortung abgeben. Zumindest ist das Moravec´s Vision.

Das Altersheim der Existenz?

Der Mensch war schon immer ein Vereinfacher, durch Templates, Muster und Werte die funktional waren und die Orientierung schufen, die die Freiheit eingrenzten aus Sicherheitsgründen. Individualität bewegte sich immer schon in einem gewissen Rahmen und somit ist der Mensch seid je her einer Determinierter, auch seiner eigenen Produkte.

Die Frage ob die Einfachheit die Überschaubarkeit die eigentliche Leidenschaft des Menschen ist berechtigt Die Suche nach Erklärungen und Klarheit, wie passt sie zu Zusammen mit den komplexen Theorien und ungreifbarer Technologie die der Mensch schafft und vorantreibt?

Ist hier ein Versuch zu erkennen zu arbeiten bis Technologie übernehmen kann und die Menschheit die langersehnte Rente antreten kann? Sich endlich nur dem Schönheit hinzugeben, der Schönheit des Einfachen? Der bloße Existenz.

Daniel 24,8 ist ein Neo-Mensch, im Grunde ein Klon von Daniel 24,7, der wiederum ein Klon von Daniel 24,6 ist. Wieso soll Technologie nicht auch die Biologie des Menschen vereinfachen?

Da ich, genetisch gesehen, von Daniel 1 abstamme, habe ich natürlich die gleichen Züge, das gleiche Gesicht; auch die Mimik (obwohl ich in einer nicht sozial geprägten Umgebung lebe und meine Mimik daher natürlich begrenzter ist) ist im wesentlichen die gleiche; aber diese urplötzliche, von einem spezifischen Glucksen begleitete Verzerrung des Gesichtsausdrucks, die er Lachen nannte, kann ich nicht nachvollziehen; ich kann mich nicht einmal den Mechanismus vorstellen.

Daniel 24,4

#Existenz#Orientierung#Spuren#Kommunikation

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