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Wie isst man eine Suppe? (Part 2), von Christian Berens

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Wie isst man eine Suppe (part 2) 

Was fällt zu Mitte zu sagen?

Was fällt zu sagen?

Der Sinn und die Sinnhaftigkeit haben sich in einem zum Spiel gedachten Kreisel eingeschlossen, die Rotation des nun drehenen Objekts, erzeugt eine Zentrifugalkraft, wie nasse Lappen werden Sinn und Sinnhaftigkeit an den Rand des drehenden Gefäßes gedrückt.

Nein, der Raum ist kein Gefäß, klingt es aus der Sprecherkabine, welche in die Tennisplatztribüne eingelassen ist wie eine Intarsien. Der Raum ist eine Energie die man nicht betreten kann. Der Kreisel, Person geworden, wird sich seiner Konstruktion und Deplatzierungs bewusst und öffnet sich, gibt sich hin, einer Idee, der Idee der Energie, der Vernetztung und Lösung von seiner Containerfunktion und Eitelkeiten, die Materie des Objekts. In ihrer erkannten Nichtrelevanz verliert er seinen Halt, strauchelt und flüchtet, sich an einer Linie entlang hangelt, wie ein Seiltänzer.

Der aufkommende Nebel zieht sich zusammen über dem Tennisplatz, es ist Winter und keine Draußentennissaison, es wir hier eh nie wieder Saison sein, denn nach dieser Nacht wird nichts überall sein.

Die saisonale Idee und Lebensweise die in Zeiten des Ackerbaus, Relevantz hatte hatte hatte so oder so an Einfluß verloren ihr Stamm war verkümmert, das Klima war eh kaputt aber vom Umtausch ausgeschlossen, wegen überschrittener Garatie und nicht abgeschlössener Zusatzversicherung, im übrigen war das ganze Versicherungswesen platt. Wer kann einem, in sollchen Zeiten, noch etwas versichern? Der Nebel wir unmerklich Dichter, so unmerklich dass nicht klar ersichtlich ist ob er dichter wird, es ist mehr eine Ahnung, ein Gefühl, wenn man den Nebel in der Hand wiegt fühlt er sich schwerer an, dichter, auch scheint der Schwarzanteil zuzunehmen, oder die Opacity ab, aber die Vermutung führt zu dem Schluß, dass es sich hier um ein Additionsverfahren handelt, die Addition und somit Zunahme des Schwarzmittelanteil zur Nebelmasse. Schwarz ist die Farbe des Nichts, Raben sind schwarz oder kommen diesem zumindest nahe. Raben sind elegant, das Nichts ist elegant. Das Nichts ist die Addition allens bis alles Schwarz wird. In Raben hat sich einfach schon sehr viel Rabe addiert, so dass sie schwarz sind. In Afrika liegt der Ursprung der Menschheit, also sind dort die Menschen am Dunkelsten, dort ist am meisten Menschen über dem Mensch. Weiß ist das Ist. Die Sonne ist weiß. Die Sonne hat viel Ist und viel Energie, sie bleibt auch immer da, auch wenn der Nebel zu dicht wird. Der Kreisel liegt mittlerweile achtlos in der Ecke, nachdem er seine Sympatie der reinen Energie zugesprochen hatte, wurde er von Sinn und Sinnhaftigkeit links liegen gelassen. Die machen sich gerade über den Kadaver des Individualismus her, ein paar kleine Häppchen, ein verstreuter Haufen, ein Archipel von Erbsengroßen Knübbelchen, liegt auf der Asche der Tennisarea, die beiden sich ähnelden Wesen picken mit feinen Lippen nach den köstlichen Überresten, Reste isst man doch am liebsten, das lässt einem mit eine guten Gefühl zurück.

Da schreckt Sinn auf, „Gott“ fragt er hinter sich, „bist du´s?“ Sein Blick fährt an der denkmalgeschutzten Fassade eine Industrieanlage entlang, dann zu Boden, Sinn spiegelt sich in einer an Boden platzierten Anhäufung aus Wasser, es verliebt sich in das was es sieht: eine vollkommenen Pfütze, die sich da mit der Asche verbindet. Eine Übergangserscheinung, an den Rändern ganz schwach. Die Ränder ist wo zu erst Macken entstehen. Es beugt sich etwas näher, „was kann uns eine Pfütze über das Leben sagen“ -fragt es die Sinnhaftigkeit.

Die Sinnhaftigkeit reagiert nicht. Ist sie ignorant? Oder gar taub? Sinn betastet derweilen den Bereich der Pfütze der den Rand darstellt, die Grenze, einer Membran ähnlich, in der die Menge des Wasser stetig abnimmt und die Mänge Asche stetig zu. Auf der Suche nach einer Mitte zwischen den beiden absoluten Zuständen, landet eine zarte Haferflocke, einer Ahung gleich, spürbar auf des Sinnes Erscheinung. Die Flocke von seinem Gerock pflückend übermannt den Sinn ein Bedürfniss eine Kaskade an Beschreibung, in das was man Himmel nennt zu, entsenden. Allerings sind diesen nicht verstehtbar, da sie in der dem Sinn eigenen Sprache, einer urtumlichen, einem vergessen Werkzeug gleich, zur Unnutzbarkeit verdammt, als reine Energie, verströhmt. Mit dem passenden Kontext zumindest als ein eine Art Klangperformance durchgehen könnte, jedoch hier auf diesem Tennisplatz, im dunkeler werden Nebel, lediglich zur Verausgabung des Sinnes führt.

Mit einem müden Blick und im Bewusstsein der Einseitigkeit dieser Tat und der Verlorenheit des zu Geste verkümmerten Kommunikationsversuches, dreht sich der Sinn in Richtung Sinnhaftigkeit. „Was meinst du“? Die Sinnhaftigkeit, in Gewohnheit der untypischen fast absurdistischen Ausbrüche des Sinnes, hat sich nicht ablenken lassen von ihrem Vorhaben, in den Büschen nach Querschlägertennisbällen zu suchen. Ihrer Meinung nach konnte man, wenn man die Bälle auskochte und den Sud zu Eiscream weiter veredelte etwas von diesem Kreativen was diese Bälle scheinbar umtrieb, übertragen. Desto frischer die Bälle desto kreativer ,mit dem alter wird man eh steif, auch die Kreativität wird dann ledrig, einem fehlt die Flexibilität. In dieser fast selbsterdachten Methode verstrickt merk die Sinnhaftigkeit nicht wie sich langsam die Tribüne mit Menschen füllt, es ist Sonntag und die Menschen habe Sonntagshosen an, helle Farben, gelb und orange, viel glitzernder Schmuck aus Gold. Schmuck aus Gold, gerade an Tagen an denen der Nebel seine Finger im Spiel hat, hat sein Wichtigkeit, denn Gold ist Glücklichkeit in kleine Kugeln gepresst, hat man herausgefunden. Seid dem trägt man es Sonntags zur Verstärkerung des Lächelns, an Stelle von Make up, denn das ist was fürs Büro und für Clubs. Die Menschen haben große Programmhefte unterm Arm und wirken voller Vorfreude etwas aufgedreht und hibbelig. Manche hüpfen, so dass sie den Nebel aufwühlen zu kleinen Strudeln. Und ganz Herdentiere stimmen andere mit ein, hibbelige Teilchenansammlung, der Nebel weiß nicht wo hin mit sich, an machen stellen zwischen den Menschen beginnt er zu flocken, durch die Bewegungsenergie ist es den Menschen gelungen den nebel Steif zu schlagen und große Brocken geflockten Nebels fallen jetzt auf den Tennisplatz hinunter. Sinn und Sinnhaftigkeit, von aussen scheint es als hätten sie damit gerechnet, werfen sich in die Schaumwogen, die Menschen applaudieren und sind gelöster denn je, sie können Sinn und Sinnhaftigkeit nicht unterschieden, für sie ist eh alles gleich solange sie nur was zu klatschen haben könnte man meinen. Der Nebel ist jetzt um die Tribüne viel heller, jeder Mensch hat sein eigene Eigengrau dabei, in der Hosentasche und nach einem Countdown aus der Sprecherkabine, holen sie es aller heraus und werfen es in die Luft wie Hüte auf einer Hochzeit. Die Eigengräue oder wie einer mal scherzhaft meinte das Eigengrauen lösen sich im Nebel auf, was nicht schlimm ist denn die Menschen haben noch genug davon zu Hause im Schrank. Es wurde zu einer beliebten Sonntags-beschäftigung wie das füttern der Enten, das jeder etwas Eigengrau abschneidet von seinem Brocken und freilässt wie Tauben bei einer Hochzeit. Trotz dass nicht mehr geheiratet wird, feiern die Menschen immer noch gerne so als ob. An Heirat war bei Sinn und Sinnhaftigkeit nicht zu denken, die beiden hatten sich in dem Tumult durch ein Loch im Zaun davongestolen, so sehr sie die Menschen mochten, manchmal, gerade Sonntags waren sie Ihnen etwas zu, naja wie sagt man, affig. Sinn und Sinnhaftigkeit, mussten über ein feuchte Wiese stapfen, überall Schnecken, die oberen Halme und die unteren Nebelschwaden schliffen sich ihre Kanten unter Funkenflug aneinader ab. In dieser cineastischen Atmosphäre einer virtuellen Dumpheit, war die Frage die Sinnhaftigkeit in einem ungeeigneten Moment stellte wie ein Knallteufelpackung die man beim Raufen in der Hosentasche vergessen hat, „Wann wir es Ihnen auffallen?“ fragte sie. Beide wirkten jetzt älter, etwas schwerfällig und wackelig stapften sie schweigend durch die Wiese deren Wasseranteil sich stetig vermehrte als würden sie in eine Senke laufen. Der Nebel war jetzt so dicht und dunkel, dass die Glühwürmchen schon zu sehen waren. Flippende Sterne, durch die Luftfeutigkeit tauchend, auf Sinn und Sinnhaftigkeits Bewegungswellen reitend, eine Horde von affectiven Dudes, aber zu leicht und sprunghaft um in diesem schweren Moment Einfluß nehmen zu können. Sinn und Sinnhaftigkeit begannen zu schwimmen, die Wiese war zum Meer geworden, ein dunkeles unsichtbares Meer nur durch die Salzluft und die Möwengeräusche zu erahnen, es war angenehm warm.

Mit kräftigen und gleichmäßigen Zügen, an der Grenze zwischen Wasser und Himmel den Kopf in dunkesten Nebel, die Sonne nur einer Erinnerung, gaben sie sich dem massiven Nichts hin, wie jedes Morgen.

#Grenze#Nichts#Hochzeit#Überlagerung#Tennis

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